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    15.08.2020 - 09:02 Uhr

  


Heimische Kinos sehnen sich nach Publikum

von André Kossors

und Alex Tegeler


An eine volle Auslastung ist derzeit nicht zu denken. Maximal 30 Prozent der Sitze dürfen belegt werden. Das passiert laut Kinobetreiber im OM allerdings kaum. Foto: Tegeler

Oldenburger Münsterland. In diesen Tagen sehnen sich viele nach Abwechslung. Endlich mal wieder etwas erleben! Möglich ist das für viele sogar gleich um die Ecke. Nämlich im Kino. Die Lichtspielhäuser waren gute drei Monate geschlossen. Seit dem 22. Juni können wieder Tickets gelöst werden, aber trotzdem ist wenig los in den Kinos im Oldenburger Münsterland. Unsere Redaktion hat sich vor Ort ein Bild gemacht.
„Ich habe das Gefühl, die Leute trauen sich noch nicht wieder ins Kino.” Das zumindest denkt Daniela Will vom Li-Lo Service-Filmtheater in Löningen. Sowohl das Infektionsrisiko als auch die damit einhergehenden Hygiene- und Abstandsregelungen wirkten auf viele noch abschreckend. Die beiden Filmfans Christian (32) und Michael (31) stimmen da nicht ganz überein. „Wir sind einfach froh, wieder ins Kino gehen zu können”, sagt Michael beim Besuch in der Schauburg Cineworld in Vechta. Die Corona-Maßnahmen schrecken die Beiden nicht ab, stellt Christian klar: „Wir lassen uns nicht unterkriegen!” Derzeit ist es in Niedersachsens Filmtheatern so, dass vor und hinter einem Gast (oder einer Gruppe) die Reihen unbesetzt bleiben. Genauso wie zwei Plätze links und rechts vom Gast. Die maximale Saalauslastung: 30 Prozent. Masken müssen während der Filmvorstellung zum Glück nicht mehr getragen werden. Dass sich die Gäste seitdem eher mit einem Kinobesuch anfreunden können, bestätigt Anja Brendel-Ellmann (CineCenter Cloppenburg).
Der größte Publikums-Magnet fehle zurzeit allerdings – die Hollywood-Blockbuster. Weil das Coronavirus die USA fest im Griff hat, ist dort an eine Öffnung der Kinos noch nicht zu denken. Das wiederum hat Auswirkungen auf die deutschen Filmstarts. Beispiel: Die neue Disney-Verfilmung „Mulan” steht nach mehreren Verschiebungen nun gänzlich ohne Starttermin da. Dabei hatten die Kinos sich von der Live-Action-Verfilmung einen Hit für die ganze Familie versprochen. Ob Disney damit weiter Pläne verfolgt, eigentliche Kino-Blockbuster auf den hauseigenen Streamingdienst zu verschieben, bleibt offen. Aktuell hoffe man auf den Spätsommer und Herbst mit Filmen, wie „Tenet” (27. August) oder dem neuen James Bond Abenteuer „Keine Zeit zu Sterben” (12. November).
Gänzlich auf neue Filme verzichten müssen die Besucher aber nicht. „Paw Patrol“ und „Meine Freundin Conni” ziehen derzeit besonders Kinder mit ihren Eltern ins Kino. Ohnehin seien die meisten Besucher zu den Nachmittagsvorstellungen in den Kinos. Das sei aber auch wetterabhängig, meint Lydia Stuntebeck (Capitol Kino Lohne). „Die aktuelle Situation führt dazu, dass die Kinobetreiber kreativ werden müssen”, meint Kinogänger Paul (27). Das versuchen die Lichtspielhäuser mit besonderen Aktionen, auch um abends mehr Publikum anzulocken. „Die momentane Situation bietet die Gelegenheit, Verpasstes nachzuholen”, sagt die 26-jährige Merle. In einigen Sälen wird nämlich der ein oder andere Klassiker gezeigt, von Abenteuern aus Mittelerde bis hin zu Geschichten über den „König der Tiere”. In der Schauburg Cineworld lief diese Woche seit Langem mal wieder eine „Sneak-Preview” – mit mehr als 30 Gästen, die sich die Politsatire „Irresistible – Unwiderstehlich” als Überraschungsvorschau anschauen wollten. Eine Zahl, über die sich die Betreiber heutzutage freuen. Von ausgelasteten Sälen kann keine Rede sein. Ob es aus finanzieller Sicht nicht sogar besser wäre, den Saal geschlossen zu lassen? Theoretisch ja. Man wolle aber Präsenz zeigen und Filme auch nur für ein oder zwei Personen spielen, erklärt Anja Brendel-Ellmann.
Bessert sich die Situation für die Kinolandschaft nicht, sind aber viele (kleinere) Betriebe schlichtweg vom Aussterben bedroht. Für etwas, das sich als kulturellen Ort der Begegnung versteht bedauerlich. Gerade in Zeiten auf der Suche nach möglichst viel Abwechslung, lohnt es sich ein Ticket zu lösen. Sich in den Kinosessel fallen lassen, ein paar Trailer und die manchmal gar nicht so unlustige Lokalwerbung genießen, bis der Film anfängt und in eine andere Welt abtauchen.
Wer noch zweifelt, ob er wirklich einen Kinobesuch wagen sollte: Die TU Berlin hat kürzlich mit einer Studie nachgewiesen, dass ein Infektionsrisiko in Büroräumen sogar höher sein kann, als in einem Kinosaal (nachzulesen u.a. bei rbb24.de unter Panorama). Wichtig sei auf jeden Fall eine gute Raumlüftung, die in allen Kinos im OM gegeben sei, wie uns die Betreiber bestätigten.


Artikel vom 31.07.2020

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