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    29.09.2020 - 05:46 Uhr

  


Schützendes Netz für Kinder und Familien

von Constanze Biegel


Kinderschutz weiter aktiv praktizieren wollen Krankenhaus-Geschäftsführer Aloys Muhle (v.r.), Chefarzt Dr. Christian Denne, Erster Kreisrat Hartmut Heinen, Sozialarbeiterin Gerda Stolle und Jugendamtsleiter Uwe Lienesch. Foto: Biegel

Vechta. Oft sind es nur ein blauer Fleck und viele Tränen. manchmal aber auch ein Knochenbruch, eine Platzwunde – Kindesmisshandlung hat viele Gesichter. Genau deshalb haben das St. Marienhospital in Vechta und der Landkreis Vechta nun ihre Zusammenarbeit mit einer „Kooperation zum Kinderschutz” intensiviert. Mit der Vereinbarung haben nun Fachkräfte in der Klinik eine weitere Hilfestellung an der Hand, um Kindesmissbrauch zu erkennen und die notwendigen Schritte einzuleiten.
„Wir arbeiten bereits seit vielen Jahren erfolgreich zusammen", sagte Klinik-Geschäftsführer Aloys Muhle am Dienstag bei einem Pressegespräch. Mit der Kooperationsvereinbarung gehe man nun einen Schritt weiter. Denn da­rin finden besonders die Mitarbeiter des Klinikums Hilfestellungen, um Gewalt an Kindern, sei es körperlich oder seelisch, zu erkennen und damit umzugehen.
„Kinderschutz gehört seit jeher zur Kinderheilkunde dazu wie ein Schnupfen oder ein gebrochenes Bein”, sagt der Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Christian Denne. Als Team können man nun gemeinsam mit dem Jugendamt Vechta betroffenen Kinder und ihre Eltern Hilfen anbieten. „Auf Dauer soll sich das Netzwerk vergrößern, Fachkräfte in der Klinik sollen mehr Absprachemöglichkeiten bei Verdachtsfällen erhalten", begrüßt auch Gerda Stolle, Sozialarbeiterin im Jugendamt Vechta und Koordinatorin des Netzwerks Frühe Hilfen Kinderschutz die Kooperation. „Besteht ein solcher Verdacht, überlegen wir gemeinsam, welche Hilfen wir den Kindern aber auch den Eltern anbieten können, damit die Kinder und Familien auch nach dem Klinikaufenthalt gut versorgt sind”, erklärt Stolle. Denn: Nicht sofort sollte bei einem ersten Verdacht die Polizei verständigt werden, sondern vielmehr das zuständige Jugendamt. Hier würde dann überlegt, ob eine Inobhutnahme des Kindes Sinn mache, oder es andere Wege gebe, der Familie zu helfen. „Der beste Platz für die Kinder ist immer in ihren Familien”, gibt Uwe Lienesch, Leiter des Jugendamtes Vechta, zu bedenken.
Genau deshalb ist ein sogenanntes „Flow-Schema” entworfen worden, das Fachkräften genau zeigt, wie im Verdachtsfall verfahren werden sollte. Liegt eine Kindeswohlgefährdung vor? Darf das Kind stationär im Krankenhaus behandelt werden? Welche Möglichkeiten haben die Eltern? All diese Fragen können die Fachkräfte nun direkt klären – und danach weiter verfahren.
Dass eine solche Kooperationsvereinbarung immer wichtiger wird, macht Dr. Christian Denne deutlich: „Kindeswohlgefährdungen nehme zu, das ist einfach so”, stellt der Chefarzt klar. Pro Monat sei es mindestens ein Kind, dass mit deutlichen Spuren von körperlicher oder sexueller Gewalt im Vechtaer Krankenhaus behandelt werden muss, in Zeiten des Coronabedingten Lockdown waren es rund 3 bis 4 Fälle im einem Monat. „Viele Fälle passieren und bleiben aber im verborgenen”, weiß Dr. Christian Dene. Umso wichtiger sei es, genau hinzuschauen.
Als Landkreis sei es besonders wichtig, ein Netzwerk im Kinderschutz zu schaffen, sagt Erster Kreisrat Hartmut Heinen. So bestehen unter anderem bereits Kooperationsvereinbarungen mit allen Schulen im Landkreis Vechta. Mindestens einmal im Jahr tauschen sich die Aktuere aus. „Es bringt nichts, wenn die Handreichung nicht genutzt wird, sie muss im Kopf bleiben”, meint Gerda Stolle.
„Fälle von Gewalt an Kindern werden es auch weiter geben, ebenso psychosoziale Probleme innerhalb betroffener Familien”, sagt Aloys Muhle. Wichtig sei aber, solche Fälle zu erkennen und vor allem schnell zu reagieren. Jeder Fall sei dabei einer zuviel. Man wolle mit der Kooperation nun ein „schützendes Netz um die Kinder und ihre Familien spannen”.


Artikel vom 14.08.2020

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