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Scheue Rehe, schlaue Füchse


Theo Wilke im Jahr 1986 mit seiner ganz speziellen, extra für ihn zusammengestellten Fotoausrüstung. Foto: Rolfes
Dinklage. Seit dem 24. Juni wird auf dem Gelände vor der Dinklager Burgkapelle für mehrere Monate die Ausstellung „Fotopirsch – Bilder des Dinklager Tierfotografen Theo Wilke (1920 bis 2000)“ zu sehen sein. Der Bürger- und Kulturring Stadt Dinklage hat die Schau in Zusammenspiel mit Theo Wilkes Sohn Thomas Wilke (Hannover) sowie dem Vechtaer Naturfotografen Willi Rolfes vorbereitet. Die Texte stammen von Andreas Kathe.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Bröring Unternehmensgruppe aus Dinklage und das Jugendförderwerk Vechta e.V.. Die zwölf großen Ausstellungstafeln sowie ein Begleitflyer wurden von der Werbeagentur Bitter in Calveslage konzipiert.
Der Bürger- und Kulturring, so Vorsitzende Emily Greschner, möchte mit dieser Ausstellung     einerseits an den bekannten Dinklager Naturfotografen erinnern. Zugleich sollen die im Burgareal aufgestellten großen Schautafeln mit den wunderschönen Tierfotos und den erklärenden Texten einen Beitrag zum Natur- und Landschaftsschutz in unserer Heimat liefern: „Es war Theo Wilke immer ein Anliegen, die Tierwelt in ihrer angestammten Landschaft zu beobachten und zu erhalten. Wir wollen die Besucher der Ausstellung, vor allem auch jüngere Interessenten und Schulen, ebenfalls dazu anregen, sich mit diesen Themen zu befassen.“
Theo Wilke ist vielen Menschen der Region noch bekannt – vor allem als „Hölzens Theo“, denn er hatte 1951 gemeinsam mit seiner Frau Irmgard, geborene Hölzen, das Fotoatelier des Schwiegervaters Peter Hölzen übernommen. Bis zum Anfang der 1980er Jahre führten beide das Atelier „Photo Hölzen“, das dann unter anderen Betreibern weiter existierte (heute: Gerald Lampe, foto hölzen GmbH).
Die besondere Leidenschaft des Fotografenmeisters Theo Wilke galt aber abseits der Studio- und Portraitfotografie der heimischen Tierwelt. Soweit immer es die Zeit zuließ, besuchte er seit den 1960er Jahren „seine Reviere“ in Dinklage und der näheren Umgebung, nutzte auch schon mal freundschaftliche Beziehungen, um Rothirsche im Solling zu fotografieren. So entstanden viele einzigartige Aufnahmen zum Beispiel vom „Schwarzen Bock von Wehdel“, von jungen Dachsen vor ihrem Bau oder den Spechten im Klausurgelände des Klosters Burg Dinklage.
Die Begleittexte zur Ausstellung nehmen den Besucher mit auf diese „Fotopirsch“. Sie  erzählen, wie eng Theo Wilke mit Landwirten und Jägern in Beziehung stand, um immer den besten Ansitz für seine Bilder zu erhalten, und über welch besonderes Wissen  ein Tierfotograf verfügen muss, um überhaupt die Chance zu erhalten, die scheuen Rehe oder schlauen Füchse vor das Kameraobjektiv zu bekommen. Das Ausstellungsgelände ist frei zugänglich.

Artikel vom 26.06.2018

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